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Alles, was im Regal wartet

Nähwelt

Dieselben Materialien, die unter meiner Maschine liegen. Jede Familie führt zu ihrem Regal im Shop, wo Sie Länge und Farbe wählen.

271 Artikel — 10 Stofffamilien

Wofür jeder Stoff taugt

Einen Stoff zu wählen heißt zuerst zu wissen, was man von ihm erwartet. Familie für Familie: was jede kann, und was man ihr nachsehen muss.

Bedruckte Baumwolle47 Stoffe
Der Stoff, der alles verzeiht. Er rutscht nicht unter der Maschine, lässt sich gerade schneiden, bügeln und wieder auftrennen, ohne dass eine Spur bleibt. Aus ihm werden Täschchen, Tote Bags, Futter, Abdeckhauben und alles, was sich in geraden Linien zuschneiden lässt. Im Zweifel fangen Sie hier an.
Wachstuch7 Stoffe
Baumwolle mit einer Beschichtung: Wasser läuft ab, statt einzudringen. Daraus entstehen Kulturbeutel, Wickelunterlagen, Tischdecken und Abdeckhauben. Eines sollten Sie vorher wissen: stecken lässt sie sich nicht, die Einstiche bleiben sichtbar. Man arbeitet mit Klammern.
Waffelpiqué13 Stoffe
Seine Waffelstruktur hält das Wasser fest: deshalb entstehen daraus Küchentücher, Handtücher, Badeponchos und Waschpads. Er ist stabil, dick, leicht zu nähen und wird mit jeder Wäsche saugfähiger.
Bambusfrottee10 Stoffe
Der saugfähigste und weichste von allen. Er kommt auf die Rückseite von allem, was aufnehmen soll: Waschpads, Schwämme, Lätzchen, Handtücher. Beim Zuschnitt fusselt er — schneiden Sie besser über einem Eimer — und er näht sich sauberer mit einer Rundspitz-Nadel.
Scuba-Wildleder7 Stoffe
Ein dicker Maschenstoff in Wildlederoptik, der überhaupt nicht ausfranst. Kein Saum, kein Versäubern: geschnitten ist fertig. Deshalb sind Schmuckschalen, Täschchen und kleine Accessoires daraus so schnell genäht.
Minky10 Stoffe
Ein Polyester mit feinen Noppen, weicher als jede Baumwolle. Er eignet sich für Babydecken, Schmusetücher und die Rückseite von Mulltüchern. Er rutscht und dehnt sich unter dem Nähfuß: Klammern statt Nadeln, und langsam nähen.
Baumwollpopeline4 Stoffe
Eine feinere, dichtere Baumwolle mit weicherem Fall und leicht glänzender Oberfläche. Sie eignet sich für Hemden, Blusen, dünnes Futter und Sommerkleidung. Sie näht sich wie bedruckte Baumwolle, nur etwas heikler.
Viskose11 Stoffe
Der fließendste Fall im Regal, fast flüssig. Daraus werden Schals, Scrunchies, Haarbänder und Kleider, die mitschwingen. Sie ist zugleich am schwersten zuzuschneiden: sie rutscht, sie franst, sie bleibt nicht liegen. Für den Anfang lieber zurückstellen.
Gewaschener Leinen11 Stoffe
Er knittert, und genau das erwartet man von ihm. Gewaschener Leinen bekommt Patina, wird mit jeder Wäsche weicher, ist im Sommer luftig und im Winter warm. Tischdecken, Kissen, Vorhänge, Taschen, weite Kleidung. Er näht sich ohne Schwierigkeiten, sofern man hinnimmt, dass er nie glatt aussieht.
Musselin11 Stoffe
Zwei Baumwollschleier, durch regelmäßige Stiche verbunden. Er ist atmungsaktiv, sehr leicht, und er kräuselt sich bei der ersten Wäsche — waschen Sie ihn also vor dem Zuschnitt. Daraus entstehen Mulltücher, Schals, Sommerkleider und Babykleidung.

Drei Anhaltspunkte vor dem Zuschnitt

Die Fragen, die vor jeder Bestellung wiederkommen, und die kurzen Antworten.

Wie viel Stoff Sie brauchen

Das Schnittmuster sagt es immer, und es hat recht: es berücksichtigt die Stoffbreite und die Musterrichtung. Bis Sie es vor sich haben, ein paar Größenordnungen: ein kleines Accessoire passt in etwa dreißig Zentimeter, eine Tasche oder ein Etui verlangt rund einen halben Meter, ein Kleidungsstück für Erwachsene liegt bei anderthalb bis zwei Metern. Etwas mehr als das Nötigste einzuplanen bereut man nie; zehn Zentimeter zu wenig zu haben schon.

Welche Nadel

Eine Universalnadel der Stärke 80 deckt bedruckte Baumwolle, Popeline, Leinen und Waffelpiqué ab. Auf 70 heruntergehen bei Musselin und Viskose, die dünn sind. Zu einer Rundspitz-Nadel, der Jerseynadel, wechseln bei Minky, Bambusfrottee und Scuba-Wildleder, denn das sind Maschenstoffe: eine gerade Spitze würde sie durchstechen, statt die Fasern beiseitezuschieben. Auf 90 hochgehen bei dickem Leinen oder wenn mehrere Lagen aufeinandertreffen. Und öfter wechseln, als man denkt — die meisten ausgelassenen Stiche kommen daher.

Was Anfängern verzeiht

Bedruckte Baumwolle, Waffelpiqué, gewaschener Leinen und Scuba-Wildleder. Sie bleiben liegen, lassen sich gerade schneiden und spurlos auftrennen. Für später aufheben: Viskose, die rutscht, und Minky, das sich dehnt. Wachstuch ist nicht schwer zu nähen, verzeiht aber keinen Platzierungsfehler, da man es nicht stecken kann.

Coupons, Schnittmuster und Kurzwaren

Ein Coupon ist ein bereits zugeschnittenes Stück, günstiger als Meterware. So probiert man eine unbekannte Qualität aus, ohne gleich einen ganzen Meter zu nehmen — und macht ein kleines Accessoire für fast nichts. Die Kehrseite ist einfach: was weg ist, ist weg, ein zweiter Schnitt aus derselben Partie ist nicht möglich.

Schnittmuster nennen den Stoffbedarf, das Zubehör und die Reihenfolge der Schritte — daran fehlt es am Anfang am meisten, lange vor dem schönen Stoff. Kurzwaren sind die Reißverschlüsse, Schrägbänder, Gummizüge und Knöpfe: alles, dessen Fehlen einem erst beim Fertigstellen auffällt.

  • NähgarnUniverselles Polyestergarn passt zu fast allem, was hier genäht wird. Legen Sie die Spule vor dem Zuschnitt bereit: sie fehlt am häufigsten im letzten Moment.
  • NähzubehörKlammern, Werkzeug und Kleinteile, die dort an die Stelle der Stecknadeln treten, wo diese Löcher hinterlassen würden — bei Wachstuch, bei Minky.

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